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Vreni → Thüringer Wald

Erst lange verschollen – danach zwei Mal mit Nachwuchs gesichtet!

Vreni war der erste Luchs aus dem Wildnispark Zürich, der ausgewildert wurde. Geboren wurde sie im Frühjahr 2023. Sie hat eine Zwillingsschwester: Verena.

Mai 2024: Transport nach Deutschland

Vreni wird ins Wildkatzendorf Hütscheroda gebracht. Dieser Tierpark unterhält eine spezielle Anlage, in der die Luchse mit möglichst wenig Menschenkontakt gehalten und gezielt auf die Auswilderung vorbereitet werden.

August 2024: Auswilderung in Thüringen

Gemeinsam mit dem Luchskuder Kilian wird Vreni im Thüringer Wald ausgewildert.

Das untenstehende Video zeigt, wie Kilian und Vreni aus einem eigens für Auswilderungen errichteten Angewöhnungsgehege mitten im Wald behutsam in die freie Natur entlassen werden.

→ Wie der Thüringer Wald Luchspopulationen verbindet

Ziel des Projekts «Luchs Thüringen – Europas Luchse vernetzen» ist die Ansiedlung von bis zu 20 Luchsen im Thüringer Wald im Zeitraum von 2024 bis 2027. Dies geschieht aus folgendem Grund: Der Thüringer Wald bildet eine wichtige Verbindungsachse («Trittstein») zwischen den bestehenden Luchspopulationen im Harz und im Bayerischen Wald. Luchse breiten sich nur ungern in Gebiete aus, wo noch keine Luchse leben. Darum ist die Förderung von Trittstein-Populationen wichtig. Auf lange Sicht wird so der genetische Austausch zwischen den einzelnen Luchspopulationen besser gefördert.

Oktober 2024: Das erste Reh erlegt

Vreni gelingt es rasch, kleine Tiere zu erbeuten, und schon nach wenigen Wochen erlegt sie ihr erstes Reh, obwohl sie als Zootier nie Gelegenheit hatte, das Jagen zu üben.

Rehe sind in Zentraleuropa die Hauptbeute von Luchsen. Ein Reh versorgt einen Luchs drei bis sieben Tage lang mit Nahrung. Interessant: Vreni versteckt das Reh zwischen den Mahlzeiten jeweils unter Laub und Ästen. Dieses Verhalten ist Luchsen angeboren.

November 2024: Der GPS-Sender fällt aus.

Zunächst können die Projektverantwortlichen Vrenis Bewegungen dank ihres GPS-Halsbands verfolgen. Doch dann bricht der Kontakt ab. Auch auf den Fotofallen im Projektgebiet taucht sie nicht mehr auf. Über ein Jahr lang bleibt unklar, wo Vreni unterwegs ist. 

Februar 2026: Wiederentdeckt – mit Jungtier!

Vreni hat sich offenbar weiter vom Auswilderungsort entfernt als erwartet. Südlich von Immendorf wird sie von Fotofallen der Jäger erfasst. Auf einigen Fotos ist sie mit einem Jungtier zu sehen, auf anderen in Begleitung des ebenfalls ausgewilderten Luchskuders Ionel. Diese Fotos sind für das Projekt «Luchs Thüringen» ein wichtiger Meilenstein: Zum ersten Mal hat eine der ausgewilderten Thüringer Luchsinnen ein Jungtier zur Welt gebracht. Das ist ein erster Schritt hin zu einer eigenständigen, überlebensfähigen Luchspopulation!

Oktober 2026: Fotofalle lichtet Luchsweibchen Vreni erneut mit Jungtier ab.

Die Verantwortlichen des Projekts «Luchs-Thüringen» gehen davon aus, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit der Luchskuder Ionel der Vater ist. Ionel kam als Wildfang aus den rumänischen Karpaten nach Thüringen. Beide Tiere haben sich in der Region um Ilmenau ein Revier gesucht. Das Video zeigt Mutter und Jungtier beim Spielen.

→ Vrenis Weg in Kürze:

  • Frühling 2023: Geboren im Wildnispark Zürich. Zwillingsschwester Verena.
  • Sommer 2024: Zwischenstation im Wildkatzendorf Hütscheroda, einem Tierpark, in dem Luchse gezielt auf die Auswilderung vorbereitet werden.
  • August 2024: Auswilderung im Thüringer Wald
  • 2024/25: Kontakt zum GPS-Sender bricht ab
  • Februar 2026: Auf Fotofallen wiederentdeckt – in Begleitung von mindestens einem Jungtier und des ausgewilderten Luchskuders Ionel, der aus Rumänien stammt.
  • Oktober 2026: Vreni wird erneut mit Nachwuchs fotografiert. Der Vater ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Ionel.
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