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Braunbrustigel

Erinaceus europaeus

Wussten Sie... dass Igelweibchen ganz schön schwer zu beeindrucken sind? Igelmännchen umkreisen das auserwählte Weibchen manchmal stundenlang, bevor es sich paarungswillig zeigt und nicht mehr wegdreht. Man spricht bei diesem Ritual daher vom «Igelkarussell».

Igel (Erinaceidae)

Der Braunbrustigel (oder auch Westigel genannt) kommt in grossen Teilen von West-, Mittel- und Nordeuropa vor. In der Schweiz findet man ihn im Mittelland und bis in höhere Lagen der Voralpen, sofern geeignete Lebensräume vorhanden sind. Dazu zählen Waldränder, Heckenlandschaften, Gärten, Parks, Streuobstwiesen und naturnahe Siedlungsräume. Entscheidend sind dichte Vegetation, Ast- und Laubhaufen oder andere Unterschlupfmöglichkeiten für Tagesverstecke und den Winterschlaf.

Der Braunbrustigel ist ein nachtaktiver Einzelgänger. Tagsüber hält er sich in nestartig ausgepolsterten Unterschlüpfen in dichtem Gestrüpp, Hecken, Asthaufen oder Hohlräumen unter Gebäuden auf. Nachts sucht er nach Nahrung. Dabei ernähren sich Igel fast ausschliesslich von tierischer Nahrung wie Schnecken, Insekten, Würmern oder kleinen Säugetieren. Von November bis Anfang April hält der Igel Winterschlaf. In dieser Zeit treten bei mildem Wetter Wachphasen auf.

Der Braunbrustigel erreicht eine Körperlänge von 22 bis 30 cm und wiegt im Sommer etwa 1 bis 1.5 kg. Sein Stachelkleid besteht aus rund 6’000 bis 8’000 beige-braunen Stacheln. Sie bedecken die Rücken, Flanken und Kopfoberseite und dienen der Tarnung. Kennzeichnend ist die braune Brust- und Bauchfärbung. Diese unterscheidet ihn vom nördlichen Weissbrustigel, der eher Osteuropa vorkommt, und vom afrikanischen Weissbauchigel.

Die Hinterbeine des Braunbrustigels sind länger als die Vorderbeine. Die Schnauze ist spitz, die Nase dunkelbraun bis schwarz, die Ohren klein und weitgehend im Stachelkleid verborgen.

Die Geschlechtsreife erreichen die Igel nach dem ersten Winterschlaf, also im Alter von sechs bis zwölf Monaten. Die Paarungszeit dauert von April bis Ende August. Nach einer Tragzeit von etwa fünf Wochen werden zwei bis sieben Jungtiere geboren. Mit rund sechs Wochen wird der Nachwuchs selbstständig.

Die maximale Lebenserwartung liegt bei Braunbrustigeln bei etwa sieben Jahren, im Durchschnitt jedoch bei zwei bis fünf Jahren. Seit 2022 gilt der Igel in der Schweiz als «potenziell gefährdet». Ursachen sind vor allem der Verlust und die Zerschneidung von Lebensräumen. Die wachsenden Siedlungsräume und stark befahrene Strassen erschweren den Tieren die Wanderung und isolieren die Populationen voneinander.

Aufgrund der zunehmenden Bedrohung ist der Braunbrustigel das Pro Natura Tier des Jahres 2026

Auch im Sihlwald ist der Braunbrustigel heimisch. Am Waldrand, wo es viele Hecken und Gestrüpp gibt, finden Igel einen idealen Lebensraum. In den vergangenen Jahren hat sich der Wildnispark Zürich darum bemüht für Kleintiere wie Igel vermehrt geeignete Strukturen zu bauen, um ihnen einen sicheren Unterschlupf zu gewähren. Dazu gehören Totholz-, Laub- und Asthaufen sowie auch Heckenstrukturen (beispielsweise die Benjeshecke). Diese befinden sich zum Beispiel auf dem Areal des Besucherzentrums in Sihlwald, an verschiedenen Orten entlang der Sihl oder auf einer Naturschutzfläche in Sihlbrugg. Damit auch Sie bei sich zuhause den Igeln und anderen Kleintieren ein geschütztes Versteck bauen können, finden Sie hier Anleitungen für verschiedenste Kleinstrukturen im Garten.

Auf dem Areal des Besucherzentrum Sihlwald und im Tierpark Langenberg erfahren Sie beim Pro Natura Mobil mehr zum Braunbrustigel. 

Bilder: 
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