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Ein Kontinent – viele Luchspopulationen

Europas Luchse müssen vernetzt werden.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war der Luchs in West- und Mitteleuropa fast vollständig ausgerottet. Die Folgen davon sind bis heute spürbar.

Um 1850 waren die Wälder in vielen Ländern Europas völlig übernutzt und die Wildbestände gingen stark zurück. In der Schweiz waren Steinbock, Reh, Rothirsch und Wildschwein zum Beispiel völlig ausgestorben, einzig die Gämse konnte sich an wenigen Standorten halten.

Dem Luchs fehlte es so an Beute, zudem wurde er erbittert gejagt. Die Folgen waren fatal: 1897 war der Eurasische Luchs auch aus den letzten Rückzugsgebieten im Alpenraum verschwunden. Nur in einzelnen Gebieten Osteuropas, Russlands und in Skandinavien blieben Populationen bestehen.

→ Ausgerottet und wieder angesiedelt

Die Wende brachten strengere Forst- und Waldgesetze. Die Wälder erholten sich und damit kehrten auch die Beutetiere des Luchses langsam zurück.

In den 1970er-Jahren wurden Luchse aus den Karpaten in der Schweiz, Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Slowenien und Tschechien ausgewildert. Man hoffte unter anderem, dass der Luchs die Schäden, die das Wild an jungen Bäumen anrichtet, eindämmen würde.

→ Inzucht bedroht Erfolgsgeschichte

Am besten gelungen sind die Wiederansiedlungsversuche in der Schweiz. Heute leben hierzulande rund 340 Luchse, hauptsächlich in den Alpen und im Jura. In Deutschland gibt es rund 200 freilebende Tiere, in Frankreich 120 bis 150, in Italien und Österreich jeweils rund 10.

Doch es gibt ein Problem: All diese Luchsbestände stammen von wenigen Gründertieren ab. Die Schweizer Luchse haben zum Beispiel nur 10 bis maximal 20 Vorfahren. Zudem sind die Populationen schlecht miteinander verbunden. So drohen Inzucht und damit Gesundheitsprobleme.

Ein Blick auf die Karte zeigt: Die heutigen Luchsvorkommen in West- und Zentraleuropa sind teils sehr klein und schlecht miteinander verbunden. Dadurch wird der Austausch zwischen Populationen erschwert. Genau hier setzen Projekte zur Bestandesstützung und Vernetzung an. Koordiniert werden diese Bemühungen in Europa durch das Netzwerk «Linking Lynx».

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