Mittwoch, 04. November 2026

Ausgewilderte Luchskatze Verena hat zwei Jungtiere

Good News aus dem Schwarzwald

Die ausgewilderte Luchsin Verena aus dem Wildnispark Zürich wurde von einer Fotofalle gemeinsam mit zwei Jungtieren erfasst. Und es gibt noch mehr spannende Neuigkeiten aus dem Schwarzwald:

Mittwoch, 04. November 2026

Vor wenigen Wochen sorgten Videoaufnahmen des in Thüringen ausgewilderten Luchsweibchens Vreni mit ihrem Jungtier für Schlagzeilen. Nun gibt es auch tolle Nachrichten von ihrer Zwillingsschwester Verena: Die im Nordschwarzwald ausgewilderte Luchsin hat offenbar Zwillinge, wie Kameraaufnahmen zeigen. Bislang wusste man nur von einem Jungtier, das man indirekt, durch die genetische Analyse eines Haarfunds nachgewiesen hatte. 

Leider hat der Melder das Video von Verena mit den Jungtieren nicht für eine öffentliche Nutzung freigegeben, da er eine Wiedererkennung des Ortes befürchtet. Zum Schutz der Tiere kann das durchaus eine sinnvolle Massnahme sein. Das Bild zu diesem Beitrag stammen daher vom Jungtier der Luchsin Elisabeth, die ebenfalls im Nordschwarzwald ausgewildert wurde. Dank Verena und Elisabeth gab es dieses Jahr zum ersten Mal seit fast 200 Jahren wieder junge Luchse im Nordschwarzwald. Doch damit nicht genug!

Erster Luchsnachwuchs im Südschwarzwald

Auch im Südschwarzwald wurde nun im eine Luchskatze mit einem Jungtier gesichtet. Damit sind im Schwarzwald aktuell vier Jungtiere bestätigt.

Beim Nachweis im Südschwarzwald handelt es sich um die erste dokumentierte Fortpflanzung einer selbstständig eingewanderten, wildlebenden Luchskatze im Bundesland Baden-Württemberg. Dies ist selten, da weibliche Luchse bei der Suche nach einem eigenen Territorium in der Regel keine grossen Distanzen zurücklegen.

Eingewandert aus der Schweiz?

Woher die Luchskatze im Südschwarzwald stammt, ist noch nicht abschliessend geklärt. Aufgrund der geografischen Nähe ist es jedoch sehr wahrscheinlich, dass das Tier aus der Schweiz nach Baden-Württemberg eingewandert ist. «Diese Nachweise zeigen, wie wichtig ein kontinuierliches und wissenschaftlich fundiertes Monitoring ist, um die Entwicklung des Luchsvorkommens in Baden-Württemberg zu dokumentieren und zu bewerten», sagt Jens Seeger, Wildtierökologe an der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA).

Brückenschlag zwischen Schweizer und deutschen Luchsen

Mit dieser Einwanderung einer Schweizer Luchsin nach Deutschland könnte etwas ganz Wichtiges geschehen sein! Der genetische Austausch zwischen den kleinen und isolierten Luchspopulationen in Mitteleuropa ist für die Luchse nämlich überlebenswichtig. Wie ihr vielleicht wisst, hat die Schweiz zwar in Zentraleuropa die grösste Luchspopulation, aber diese ist stark inzuchtgefährdet und bräuchte eigentlich laut Aussagen der Stiftung Kora und des FIWI der Universität Bern dringend eine genetische Auffrischung. Vielleicht ist nun ein erster Schritt zum Austausch zwischen der Jurapopulation und dem Schwarzwald getan.

Luchspopulationen stärken und besser vernetzen

Mit dem aktiven Auswildern von Luchsen will Baden-Württemberg die Entwicklung der Luchspopulation in seinen Wäldern fördern und vorhandene Bestände in Deutschland und Mitteleuropa verbinden. Dies mit dem langfristigen Ziel, den genetischen Austausch zwischen den einzelnen Populationen zu verbessern und die grösste Katze Europas zu erhalten.

Mehr über alle ausgewilderten Luchse aus dem Wildnispark Zürich erfahren.

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Erster Nachwuchs von freilebenden Luchsen nach 200 Jahren in Baden-Württemberg. Das Jungtier wird gewogen. Foto: FVA BW