Kleingewässer
Kleingewässer sind Lebensgrundlage zahlreicher Lebewesen. Sie dienen als Laichablageort für Amphibien oder Eiablageort vieler Libellenarten. Zugleich bieten kleine Gewässer für eine Vielzahl von Tieren eine Erfrischung (insbesondere in Trockenperioden) oder dienen als lukrative Nahrungsquelle.
Weiher
Weiher sind flache Stillgewässer, die ganzjährig Wasser aufweisen. Im Vergleich zu Tümpeln sind sie meist etwas tiefer. Grössere Pflanzen wie Schilf können das Gewässer bewachsen. Amphibien oder Libellenlarven finden hier einen Lebensraum und Vögel, wie der Graureiher, finden Nahrung.
Hinweis: Beim Weiherbau lohnt es sich, eine Fachperson hinzuzuziehen.
Material:
- Wenn kein lehmhaltiger Boden vorhanden (d.h. wasserundurchlässig), dann Teichfolie
- Steine, Wurzeln, Sand, Kies
- Optional: einheimische Wasserpflanzen
- Schaufel oder Bagger
Standort:
- sonnig bis halbschattig
- Nicht direkt unter Bäumen (Laubeintrag im Herbst führt zu Nährstoffüberschuss)
- Mit Abstand zu Strassen
Aufbau:
- An einer geeigneten Stelle eine Grube ausheben/ausbaggern.
- Fläche: mind. 4 m²
- Tiefe: mind. 60 cm damit der Teich im Winter nicht komplett zufriert.
- Grube von Steinen und Wurzeln befreien und mit Teichfolie auslegen.
- Boden mit Sand und Kiesauskleiden.
- Mit Regenwasser befüllen.
- Allenfalls mit Wurzeln und Steinen versehen.
- Mind. eine flachabfallende Uferstelle mit mehreren Übergängen vom Land ins Wasser (damit Tiere selbstständig aus dem Teich klettern können).
- Nach 1-2 Tagen (wenn sich das Wasser gesetzt hat) mit einheimischen Wasserpflanzen bepflanzen oder unbepflanzt lassen und abwarten was eigenständig wächst.
- Verschiedene Kleinstrukturen in der Nähe, um Kleintieren einen Unterschlupfzu bieten:
Pflege:
- Keine Fische halten (Fische fressen Laich und Larven).
- Im Herbst regelmässig Laub entfernen
- Zu dicht wachsende Pflanzen auslichten
- Kein Dünger oder Kompost in der Nähe
- Im Winter teilweise eisfrei halten (z.B. ein Bünde Schilfrohr ins Wasser stellen)
- Einen Teilbereich unberührt lassen.
- Geschnittenes Material 1-2 Tage neben Teich liegen lassen, danit Kleintiere zurückkrabbeln können.
Funktion:
- Dient Amphibien zur Laich- und Libellen zur Eiablage.
- Dient verschiedenen Kleintieren als Wasser- und Nahrungsquelle.
Weiterführende Links, Broschüren und Merkblätter:
- Weitere Informationen zum Anlegen eines Gewässers zu Amphibienförderung
- Schritt für Schritt: Anlegen eines Amphibienweihers
- Praxisstipps zum Anlegen eines Libellenweihers
Tümpel und Pfützen
Tümpel und Pfützen sind flache Kleingewässer, die hauptsächlich durch Regenwasser gespeist werden und periodisch austrocknen können Sie entstehen bevorzugt an sonnigen Standorten auf lehmhaltigen oder wasserundurchlässigen Böden. Das zeitweise Austrocknen verhindert die Ansiedlung von Fischen und schafft einen wertvollen Lebensraum für spezialisierte Arten. So finden beispielsweise die Gelbbauchunke, die Kreuzkröte sowie verschiedene Libellenarten geeignete Laich- und Entwicklungsgewässer. Auch der feuchte Lehm am Gewässerrand wird von einigen Vogelarten als Baumaterial für ihre Nester genutzt.
Material:
- Schaufel und Pickel (bei grösseren Projekten allenfalls ein Bagger)
- Bei Bedarf Stampfer oder Vibrationsplatte zum Verdichten des Bodens
- Wenn kein lehmhaltiger Boden vorhanden (d.h. wasserundurchlässig), dann Teichfolie
- Steine, Wurzeln oder Totholz als Kleinstrukturen
Aufbau:
- Mehrere flache Vertiefungen unterschiedlicher Grösse (mind. ½ m2) und Tiefe (mind. 30 cm) ausheben.
- Unterschiedliche Tiefenzonen schaffen (ca. 20–60 cm, einzelne tiefere Bereiche möglich).
- Der Tümpel sollte zwischen Mai und August genügend Wasser führen.
- Ist der Boden nicht ausreichend dicht, kann er mit Lehm ergänzt oder durch Verdichten verbessert werden.
- Flach auslaufende Ufer gestalten, damit Tiere problemlos ein- und aussteigen können.
- Zusätzliche Kleinstrukturen wie Asthaufen, Totholz, Steinhaufen oder offene Lehmflächen in unmittelbarer Nähe schaffen.
Funktion:
- Lebensraum für spezialisierte Amphibien wie Gelbbauchunke und Kreuzkröte.
- Entwicklungsgewässer für verschiedene Libellenarten und andere Wasserinsekten.
- Wasser- und Nahrungsquelle für zahlreiche Kleintiere.
- Feuchter Lehm dient einigen Vogelarten als Material für den Nestbau.
- Durch das zeitweise Austrocknen bleiben die Gewässer meist fischfrei und eignen sich besonders gut als Amphibien-Laichgewässer.
Standort:
- Sonniger möglichst windgeschützter Standort.
- Möglichst wasserhaltiger oder wasserundurchlässiger Untergrund (z.B. Lehm).
- Natürliche Senken eignen sich besonders gut.
- Mehrere unterschiedlich grosse und unterschiedlich tiefe Tümpel nebeneinander schaffen.
- Mit Abstand zu Strassen oder stark genutzten Flächen.
Pflege:
- Keine Fische einsetzen.
- Im Herbst: Entfernen von überschüssigem, vermoderten Pflanzenmaterial.
- Einen Teilbereich unberührt lassen.
- Geschnittenes Material 1-2 Tage neben den Tümpeln liegen lassen, damit Kleintiere zurückkrabbeln können.
- Das periodische Austrocknen nicht verhindern.

