Beobachtungstipp
Der Gartenschläfer ist dank seiner markanten schwarzen Maske besonders gut erkennbar. Die schwarzen Zeichnung um die Augen haben dem Tier den Spitznamen «Zorro» verliehen.
Gartenschläfer
Eliomys quercinus
Wussten Sie ... dass der Gartenschläfer mit Eidechsen etwas gemeinsam hat? Wenn sie von Fressfeinden geschnappt werden, können auch Gartenschläfer dank einer Sollbruchstelle in der Schwanzhaut ihren Schwanz zurücklassen und so entkommen – genau wie Eidechsen.
Familie
Bilche oder Schläfer (Gliridae)
Verbreitung
Gartenschläfer sind einheimische Nagetiere. Sie leben in strukturreichen Wäldern mit Totholz, Hecken und Siedlungsgebieten. In der Schweiz sind Gartenschläfer im Jura und in den Alpen verbreitet, fehlen heutzutage jedoch im Mittelland. Sie kommen nur in Europa vor.
Lebensweise
Gartenschläfer sind vorwiegend nachtaktiv und meist als Einzelgänger unterwegs, die ihr Territorium gegenüber Artgenossen verteidigen. Manchmal leben sie aber auch in kleinen Gruppen. Sie bauen mehrere Nester, etwa in Baumhöhlen, Felsspalten oder unter Wurzeln, welche sie bei Gefahr rasch wechseln können. Dank kräftiger Beine und griffiger Fusssohlen sind sie geschickte Kletterer und erklimmen sogar Hausfassaden. Anders als viele andere Schläfer halten sie sich aber häufig am Boden auf. Ihr langer Schwanz hilft ihnen dabei, stets das Gleichgewicht zu behalten. Von Oktober bis April verbringen Gartenschläfer ihren Winterschlaf in geschützten Verstecken.
Fortpflanzung
Im April, direkt nach dem Winterschlaf, sucht das Männchen eine Partnerin. Weibchen signalisieren mit lautem Pfeifen ihre Paarungsbereitschaft. Nach einer Tragzeit von rund 23 Tagen kommen ab Juni vier bis sechs Jungtiere im kugelförmigen Nest zur Welt. Das Weibchen kümmert sich allein um die Aufzucht. Nach etwa 30 Tagen verlassen die Jungen erstmals das Nest und nach rund fünf Wochen werden sie selbstständig. Geschlechtsreif werden Männchen nach dem ersten und Weibchen teilweise auch erst nach dem zweiten Winterschlaf.
Nahrung
Gartenschläfer ernähren sich vorwiegend von tierischer Kost (Insekten, Spinnen, Schnecken, Vogeleier und Jungvögel), doch im Herbst kommen auch Samen, Knospen, Obst und Beeren auf den Speiseplan. Im Siedlungsraum bedienen sie sich beispielsweise auch an Vogelfutter. Vor dem Winterschlaf fressen sie sich eine Fettschicht an, die sie warmhält und ihnen als Energiereserve dient.
Mehr zu den Gartenschläfern?
Informationen im Zootier-Lexikon
Der Gartenschläfer im Langenberg
Die Gartenschläfer leben seit 2025 zusammen mit den Hausmäusen und den Wanderratten im Müsli-Hüsli. Dort bewohnen sie einen als Garage eingerichteten Raum mit Aussenvoliere.

